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Geschichte

Geschichte der Frauenorganisation in der Evangelisch-methodistischen Kirche in der Schweiz

Nähvereine, Schwesternvereine, Missionsvereine, Frauendienst in der (Bischöflichen) Methodistenkirche in der Schweiz bis 1969

1861
Im Jahr 1856 nahm der erste methodistische Prediger seine Tätigkeit in Zürich auf. Wenige Jahre später, 1861, wurde in dessen Gemeinde ein Nähverein gegründet. Die Frauen kamen regelmässig zusammen zum Gebet, zur Erbauung und zum Gespräch. Nebenbei entstanden Handarbeiten, die sie zum Verkauf anboten. Mit dem Erlös unterstützten sie die Aufgaben in der Gemeinde und die Ausbildung der Prediger.

1886 In mehreren Gemeinden waren Schwestern- und Nähvereine entstanden. Ihnen wurde von zwei Vertreterinnen der Frauenmissionsgesellschaft der methodistischen Kirche in den USA ans Herz gelegt, auch die Missionsarbeit unter Frauen in den „Heidenländern“ zu unterstützen. Schon ein Jahr später gab es 14 Vereine zur Unterstützung der Mission mit 565 Gliedern.

1893/94 Die ersten Schweizerinnen, Lydia und Amélie Diehm, traten in den Dienst der meth. Frauenmissionsgesellschaft (USA). Sie begannen mit ihrer Lehrtätigkeit an einer Mädchenschule in Bulgarien.

1911-1930 Zwischen 1911 und 1930 nahmen acht weitere Schweizerinnen ihren Dienst in Asien auf als Krankenpflegerin, Lehrerin oder Evangelistin.

1930 Aus den Schwestern- und Nähvereinen waren inzwischen Missionsvereine geworden. Mit Geldspenden und durch ihre Fürbitte unterstützten sie die Arbeit der Missionarinnen in Asien und Missionswerke in den Balkanländern. Im Jahre 1930 wurde die Frauengesellschaft für innere und äussere Mission (FMG) der Methodistenkirche in der Schweiz gegründet. Ab 1932 wurden Vertreterinnen aus den Missionsvereinen alle vier Jahre zu einer Delegiertenversammlung eingeladen, zur Begegnung mit Missionarinnen und zur Berichterstattung über die Missionsarbeit.

1936 Rundbriefe ermöglichten den Kontakt zwischen der Leitung der FMG und den Missionsvereinen. In einem Rundbrief von 1936 finden wir erstmals die Aufforderung der Sekretärin der FMG, Alice Sigg, beim Weltgebetstag mitzumachen. Methodistische Frauengruppen nahmen diese Anregung auf feierten ihn vor-erst im eigenen Kreis.

1947/1949 Als Vertreterin der methodistischen Frauen war Alice Sigg 1947 bei der Gründung des Evangelischen Frauenbundes der Schweiz mit dabei. Sie gab den Anstoss dazu, dass ab 1949 Frauen aus der Evangelisch-reformierten Kirche den Weltgebetstag mitfeierten.

1953-1968 Lydia Wehrli, von 1953-1968 Präsidentin der Frauenmissionsgesellschaft (ab 1956 Frauendienst genannt), begleitete die jungen Frauen, die sich für einen Dienst in der äusseren Mission bewarben. In dieser Zeit nahmen eine Reihe von Schweizerinnen eine Aufgabe an als Krankenpflegerin, Sozialarbeiterin oder Lehrerin in einer Partnerkirche in Afrika oder Lateinamerika an. Um 1960 wurde die Zusammenarbeit zwischen Kirche, Mission und Frauendienst neu geregelt. Waren früher die Missionarinnen von der Missionsgesellschaft in den USA angestellt, so war ab 1960 die methodistische Kirche in der Schweiz verantwortlich für das Missionspersonal. Diese Aufgabe wurde von da an von der Kommission für äussere Mission (KäM) wahrgenommen, in der auch Vertreterinnen des Frauendienstes Einsitz hatten. – Den Frauen blieb weiterhin die Aufgabe der Beschaffung von Geldern, die sie vor allem durch die Veranstaltung von Missionbazaren aufbrachten.

Missionsarbeitsverein, Frauenmissionsvereine, Frauenbund in der Evangelischen Gemeinschaft bis 1969

1904
Um 1850 begann die Evangelische Gemeinschaft mit ihrer Mission in Deutschland und in der Schweiz. In der Zeitschrift „Evangelischer Missionsfreund“ wurden 1904 erstmals Frauenmissionsvereine erwähnt. Diese waren nicht so stark organisiert wie in der Methodistenkirche. Frauen in einzelnen Gemeinden luden andere zu Missions-Veranstaltungen ein und halfen sich untereinander aus, wenn eine Mitschwester in Not geriet.
   
1931/1942 In der Zeit der Wirtschaftskrise leisteten die Frauenarbeitsvereine einen wichtigen Beitrag an die Schuldentilgung der Kirche. Im Jahr 1942, als durch die Kriegssituation finanzielle Engpässe entstanden, erinnerte sich der Kirchenvorstand an diesen Beitrag der Frauen. Er bat Frau Huber-Gertsch um Mithilfe bei der Gründung von Missionsvereinen auf allen Gemeindebezirken. Der Frauenbund wurde gegründet, und Richtlinien wurden ausgearbeitet.
Frau Huber-Gertsch war eine prägende Gestalt für die Frauen in der Evangelischen Gemeinschaft. Sie hielt Vorträge zum Thema „Partnerschaft zwischen Mann und Frau in der Gemeinde“. Sie führte Frauenfreizeiten durch, Tagungen für Predigersfrauen, Tage der Besinnung. In ihrer Amtszeit als Leiterin des Frauenbundes (ab 1954 Frauendienst genannt) wurden die Dankeskässeli zur Unterstützung der Missionsarbeit eingeführt. Ab 1955 vertrat sie die freikirchlichen Frauen im Evangelischen Frauenbund der Schweiz.
   
1962 Frau Bethli Roser trat 1962 die Nachfolge als Präsidentin des Frauendienstes an. Unter ihrer Leitung wurden Rüsttage für Leiterinnen und Wochenenden für verwitwete Frauen durchgeführt. Frauengruppen organisierten Bazare zur Finanzierung des Freizeitenhauses „Alpina“ in Adelboden, für die Missionsarbeit in Nigeria und für die Arbeit von Schwester Ruth Brandenberger mit jungen Deutschschweizerinnen in Paris.
  Im Blick auf die bevorstehende Vereinigung der Evangelischen Gemeinschaft mit der Methodistenkirche wurden unter den Verantwortlichen Beziehungen aufgebaut. Viele Gespräche über die Zusammenlegung der beiden Frauenverbände wurden geführt.
   

Frauendienst der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) 1969 – 2000

1969
In der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK), die sich durch den Zusammenschluss der Evangelischen Gemeinschaft und der Methodistenkirche gebildet hatte, wurde der Vorstand des Frauendienstes unter der Leitung von Eleonore Meier neu zusammengestellt, mit Vertreterinnen aus den Frauenverbänden beider Kirchen.
   
1972 Neue Richtlinien wurden erarbeitet und 1972 von der Jährlichen Konferenz genehmigt. Jeder Frauenverband brachte etwas von seinen Traditionen mit ein, einerseits ein starkes Engagement für die äussere Mission, andererseits ein besonderes Interesse an Frauenanliegen und gesellschaftlich-politischen Themen.
  Weiterhin wurden Freizeiten, Tagungen und Kurse für Frauen durchgeführt, wie sie in beiden Verbänden üblich waren. Sie wurden ergänzt durch neue Angebote für Senioren, für Witwen, für Eltern mit Kindern. Ein Kurs für SOS-Frauen wurde wiederholt veranstaltet für Frauen, die in Familie, Nachbarschaft oder Gemeinde kurzfristig Hilfe leisten sollten.
  An den Distriktstagen, die in der früheren Methodistenkirche vor allem als Missionstagungen gestaltet wurden, standen nun vermehrt Themen aus der Alltagsbereich der Frauen auf dem Programm.
  Der Rundbrief des Frauendienstes, früher vorwiegend als Mitteilungsblatt genutzt, mit Informationen über Missionsprojekte und Briefen von Missions-Mitarbeiterinnen, wurde mehr und mehr als Arbeitshilfe zur Gestaltung von Frauenstunden angeboten.
  Weiterhin trugen die Frauengruppen bedeutende finanzielle Mittel zusammen, durch Bazar, Suppentage, Flohmärkte und Kollekten. Die Hälfte der Einnahmen wurden gemäss Richtlinien für die Missionsarbeit in Übersee zur Verfügung gestellt, ein Viertel wurde dem Frauendienst zur Verwaltung überweisen.
   
1983 Bei der Gründung des Weltbundes methodistischer Frauen 1939 war die Schweiz vertreten, und seit 1956 besuchen Delegierte aus der Schweiz die Tagungen des Weltbundes (alle 5 Jahre). 1983 erlangte der Weltbund methodistischer Frauen als Nicht-Regierungs-Organisation (NGO) die Mitgliedschaft bei den Vereinten Nationen (UNO). Seither kommen von dieser Seite her manche Anregungen für die Arbeit in den Frauengruppen. Seit 1984 ist Renate Bloem in Genf offizielle Vertreterin des Weltbundes bei der UNO. Sie informiert den Frauendienst-Vorstand regelmässig über Anliegen, die Frauen und Kinder betreffen und die dort in der Kommission für Menschrechte behandelt werden.
   
1992 Schon während der Zeit des kalten Krieges pflegte der Frauendienst der EMK in der Schweiz Beziehungen zu den Frauen in den methodistischen Partnerkirchen in Mitteleuropa und im Balkan. Nach der politischen Wende von 1990 ergaben sich in diesen Ländern neue Möglichkeiten für die kirchliche Frauenarbeit. Seit 1992 ist eine Koordinatorin eingesetzt mit dem Auftrag, die Leiterinnen in der kirchlichen Frauenarbeit zu schulen und sie in ihrem Dienst zu unterstützen und zu begleiten. Dieses Projekt wird zu einem grossen Teil vom Frauendienst der EMK (heute FrauenNETZwerk) verantwortet.
   
1992-2000 Unter der Leitung von Heidi Wydler lag der Schwerpunkt des Frauendienstes bei der Schulung der Frauen zu verantwortlicher Mitarbeit in der Gemeinde. – Ein Buch zur Geschichte wurde in ihrer Amtszeit herausgegeben: „Frauen in der Evangelisch-methodistischen Kirche Schweiz/Frankreich“.
   
Ab 2000 An der Delegiertenversammlung 2000 wurde die Namensänderung beschlossen, vom Frauendienst zum Frauenwerk, später zum FrauenNETZwerk.
   
  Hanni Handschin

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